Vor 100 Jahren – 1926Der
MitgrĂĽnder der Zunft Fluntern 1895, der umtriebige Gastwirt und Eventmanager in halb ZĂĽrich,
Fritz Mebes, stirbt.

  Â

Der Tierfreund Fritz Mebes (Chronik S. 195)
«Der Narr auf Manegg» der Fluntermer Zöifter 1926Der Sächsilüüte-Umzug von 1926 inszenierte die Werke von Gottfried Keller und Conrad Ferdinand Meyer: Im oberen Bild die
Schlittenfahrt der Goldacher aus «Kleider machen Leute» in der Darstellung der – natürlich –
Zunft zur Schneidern, aus Gottfried Kellers Novellensammlung «Die Leute aus Seldwyla» (Bild: ZB Zürich, ZA Schn o. S.).
Die
Fluntermer hatten den
«Narr auf Manegg» aus den Züricher Novellen darzustellen. Im Zunftarchiv werden die Kostümskizzen aufbewahrt: von links ein Pfeifer, ein Narr; ein Zünfter und ein Trommler. Die
Entwürfe stammen von Fritz Boscovits jun., seinerzeit als «Bosco» ein bekannter Mitarbeiter des Nebelspalters (aus der Quartierchronik «Fluntern. Vom Weinbauerndorf zum Stadtquartier am Zürichberg. Herausgegeben von der Zunft Fluntern aus Anlass ihres hundertjährigen Bestehens im Jahr 1995»).
anklicken zum VergrössernVor 80 Jahren – 1946:Der Zunftwagen mit dem Alten Kirchlein Fluntern wird am Sächsilüüte-Umzug mitgeführt (bis 1950)

Zunft Fluntern | gegründet 1895 | Chronik von 1895–1978. von Gottfried Bersinger (publiziert in der Quartier-Fibel 15.29).
Vor 75 Jahren – 1951:Die Zunft Fluntern gründet
neue Kostümgruppen: die Ausrufer, die Grenadiere und die Hochwacht, anlässlich des Jubiläumsumzugs «Zürich 600 Jahre bei der Eidgenossenschaft» am Sächsilüüte.
Die Grenadiere, in einer Aufnahme von 1956 (Chronik S. 113)
Die Fluntermer Kleinhändler, die in alten Zeiten jeweils für einen Tag in der Stadt ihre Ware anbieten durften (Chronik S. 141)
Die Zunft fĂĽhrt einen
neuen Wagen am Sächsilüüte, den Hochwachtwagen.
Die Aufnahme von 1954 zeigt die stolzen Hochwächtler am Limmatquai, mit dem neuen zweiten Hochwachtwagen (Chronik S. 113).
> Vor 70 Jahren – 1956:Das
letzte Sächsilüüte der Zunft Fluntern
im tradtionsreichen «Plattengarten», ihrem Gründungsort von 1895.
Damit beginnt die bauliche Zerstörung des Platte-Zentrums durch den Kanton für seine Hochschul- und Spitalbauten, ein Prozess, der bis heute andauert.
Am linken Bildrand das legendäre «Restaurant zum Plattengarten», wo die Zunft Fluntern gegründet wurde. Die Plattenstrasse 12 – ehemals «Restaurant zum Kühlen Grund», nebenan die Post, und heute das «Schwesternhochhaus». Bis 1938 bog hier die «Zentrale Zürichbergbahn» von der Plattenstrasse–Zürichbergstrasse her kommend in die Gloriastrasse ein.
Baugeschichtliches Archiv Stadt Zürich BAZ – L. Käser, Quariterverein Fluntern
An der Platten- Ecke Schönleinstrasse stand bis zum Abriss 1956 die legendäre «Wirtschaft zum Plattengarten»: von Unterhaltungsveranstaltungen über politische Diskussionen bis zur Gründung der Zunft Fluntern am 19. April 1895 – alles fand hier statt. Nebenan (Schönleinstrasse 13, siehe unten) bot das grosse «Platte-Theater» den Schauspielbegeisterten mehr oder weniger anspruchsvolle Bühnenkunst. Ab Ende der 1950er überbaute der Kanton das ganze Geviert mit Spital- und Hochschulbauten, die Schönleinstrasse (links im Bild) wurde gekappt, das Dorf- und Quartierleben verschwand.
Baugeschichtliches Archiv Stadt Zürich BAZ – L. Käser, Quartierverein Fluntern
Zunftstube im Plattengarten 1953: Die Stubenhocker erwarten am Sächsilüüte Abend die Zunftbesuche. Stehend (von links): Adolf Schmid, Fritz Mürdter, Karl Fahrner, Max Gubler, Max Erni, Jakob Huber, Heinrich Güller, Fritz Romang, Gustav Frank, Robert Weber-Fehr; sitzend: Willy Wild, Rudolf Schmid, Heinrich Wagner, Eugen Schweingruber, Friedrich Benz, Heinrich Sieber. (Chronik S. 116)
Zum Vergrössern anklicken.
Vor 120 Jahren – 1906:Was die Zunft Fluntern am Sächsilüüte 1905 mit ihrer mitgeführten Tram-Maquette in origineller Form tatkräftig unterstützt hatte (
>), nämlich die langersehnte
direkte Tram-Verbindung des Quartiers Fluntern mit dem Hauptbahnhof Zürich, wurde am 9. Oktober 1906 Tatsache: die gelbe Linie 6, der sogenannte «Leonhardstram», führte nun vom Bahnhofplatz über die Brücke zum Central (damals Leonhardplatz), weiter zur Spitzkehre am Haldenegg unterhalb der Liebfrauenkirche, rumpelte dann die Leonhardstrasse zur Bergstation der 1889 eröffneten «Zürichbergbahn», dem heutigen Polybähnli, und fand via Tannenstrasse Anschluss ans Fluntermer Tram-Netz der
«Zentralen Zürichbergbahn», den Zwilling der Zunft Fluntern: beide wurden 1895 gegründet.

Erste Erfahrungen mit der neuen Tramlinie (ZĂĽrcher Wochen-Chronik 27.10.1906, Ausschnitte)
Zu den ‹Fluntermer Neujahrs-Notizen auf das Jahr ...›
>